Maggy - der Empfänger der Titanic

"Maggy"- Ansicht und Funktion

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Äußerlich hat das Gerät viel Ähnlichkeit mit einem alten Spulentonbandgerät und auch durch die Ausnutzung von Magnetisierungseffekten gibt es funktionelle Parallelen.

Ein endloses Band aus Eisen läuft, ähnlich wie bei einem Tonband, an den Polen von Dauermagneten vorbei und wird dadurch magnetisiert. Zugleich wirkt auf das Band der hochfrequente Strom aus der Empfangsantenne ein, der es, je nach dessen Amplitude, stärker oder schwächer entmagnetisiert. Dadurch wird die verbleibende Magnetisierung mit der Amplitude des HF-Signals moduliert.

Anschließend wird das magnetisch niederfrequent beschriebene Band an einer Tonabnehmerwicklung vorbeigeführt, deren Ausgangsspannung auf einen Kopfhörer gegeben wird, wodurch die Modulation des empfangenen Signals hörbar gemacht wird. Nach dem Durchlauf am Tonabnehmer wird wieder magnetisiert und das Spiel kann erneut beginnen.

Der Funker musste das Gerät aber regelmäßig mittels Kurbel aufziehen, sonst konnte es mitten im Funkspruch zu einer Empfangsunterbrechung kommen. Die obige Beschreibung ist sehr vereinfacht. Eine von Marconi selbst verfasste Dokumentation findet man in [7].

Der Magnetischen Detektors wurde anscheinend aus patentrechtlichen Gründen, nur in Marconi- Funkanlagen verwendet.
Die sich etwas später etablierte deutsche Konkurrenz, die Telefunken- Gesellschaft, setzte vorrangig auf Kristalldetektoren verschiedenster Konfiguration.
Nach Anhaltspunkten für die Verwendung von Magnetischen Detektoren außerhalb von Marconianlagen sucht man in der einschlägigen Literatur vergebens. Für eventuelle Hinweise hierzu bin ich dankbar und würde diese mit Quellenangabe hier einbinden.

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