Die Italia Katastrophe 1928

Juli 2011 | Autor: Detlef Schmegel

Funkausrüstung

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Das Luftschiff besaß eine übliche Langwellenfunkstation für Luftfahrzeuge, bestehend aus Marconi-Sender RA8 und Empfänger RA6.
Der Sender nutzte zwei OSRAM-Marconi Röhren T250 und konnte mit 300W im Frequenzbereich 333 bis 500kHz arbeiten.
Als Antenne diente eine Loop, bestehend aus 100m trommelförmig gewickeltem Bronzedraht.
Durch einen Marelli Generator, der von einem separaten Propeller getrieben wurde, erfolgte die Aufladung der Batterien. [1]

Zum Empfänger existieren folgende Angaben: Marconi-Empfänger RA6   Das Gehäuse besteht aus lackiertem Holz und enthält fünf Trioden vom Typ V24. Das Kabel auf der linken Seite dient der Spannungsversorgung. Aus der Beschreibung kann geschlussfolgert werden, dass es sich um einen Rückkopplungsempfänger handelt, obwohl zu dieser Zeit schon Superhets existierten.

Es wurde ein Frequenzbereich von 200 - 1300kHz überstrichen [5]

Ein separater Peilempfänger Marconi DFM2, der mit einem Bellini Tosi Goniometer gekoppelt war, diente dazu, durch Kreuzpeilung starker Rundfunksender, den eigenen Standort zu bestimmen. Das war, bei verdeckter Sonne, die einzige Möglichkeit der Positionsbestimmung.

Wie Umberto Nobile selbst beschreibt, lässt er noch kurz vor dem Abflug aus der Kingsbay ein kleines Kurzwellen Notfunkset an Bord bringen [2]. Damals waren Sender und Empfänger noch separate Geräte.
Biagi mit den Notfunkgeräten
Obiges Bild zeigt den Funker Biagi, mit den Geräten, die sich als lebensrettend erweisen sollten.
Links ist der Sender und rechts ist der Empfänger zu sehen.
KW-Sender [6]

Der Sender (oben) ist an Einfachheit nicht zu unterbieten. Eine 12V Batterie erzeugt die regelbare Heizspannung. Über einen Unterbrecher der das Prizip des Wagnerschen Hammers nutzt und auch "Zerhacker"genannt wurde, wird die Anodenspannung für die als Hartley Oszillator arbeitende Phillips Triode TB0410 generiert.
Phillips Triode TB0410 Schaltplan Kurzwellensender

Im Bereich von 6 bis 10MHz kann mit etwa 5W gearbeitet werden. Die Schaltung zeigt das obige Bild. Als Antenne am Luftschiff diente ein außermittig gespeister Dipol. Der Empfänger ist ein englischer Burndept MK IV mit Mullard S525 Röhren. Mittels Wechselspulen ist ein Bereich von 3 bis 25MHz empfangbar. Luftschiff Italia 1928
Ein Bild aus ruhigen Tagen: Zwischenlandung im pommerschen Stolp - April 1928
In der Tür Kommandant Nobile mit Hündchen. weiter