Die Italia Katastrophe 1928

Juli 2011 | Autor: Detlef Schmegel

SOS Italia Nobile

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"Am Morgen des 25. Mai 1928, fast dreißig Stunden nach Verlassen des Pols, dauerte der erbitterte Kampf gegen den Wind unvermittelt an" beschreibt Nobile die dramatische Rückfahrt.
Nebel, Wind von vorn, Wolken und Packeis, seit ungezählten Stunden das gleiche Bild. [2]
Um 10.30 Uhr dann der Ruf von Cecioni "Wir sacken ab".
Umberto Nobile Trotz eilig vorgenommenen Notmaßnahmen krachte das Luftschiff drei Minuten später auf's Packeis. Dabei riß die Führerkabine auf und schleuderte zehn Besatzungsmitglieder, den Hund, sowie einige sehr hilfreiche Ausrüstungsgegenstände auf's Eis, darunter auch die Kurzwellenfunkstation.
Sechs Mann, wurden in der nun leichten und schnell nach oben treibenden Konstruktion mitgerissen.
Vom Luftschiff, das, wie vermutet wird, einen Riß in der Hülle hatte und von den sechs Männern wurden nie wieder eine Spur gefunden.


italia_crush [4] Während die Unverletzten anfingen, die auf dem Eis verstreute Ausrüstung zusammenzutragen, machte Funker Biagi sich sofort an die Arbeit, Sender, Empfänger und Antenne in Betrieb zu setzen. Als Viertelwellenstrahler mit Gegengewicht wurden AluStangen verwendet, die aus der zerstörten Kabine stammten. Die 12V Batterien hatten eine Gesamtkapazität von ca. 60 Stunden. [1]
Einige Stunden nach dem Absturz funkte Biagi alle Stunde in der 55. Minute auf 9 MHz seinen Notruf. So war es mit dem Funker des Versorgungsschiffs "Citta di Milano", das in der nur etwa 360km entfernten Kingsbay lag, vereinbart.
Inzwischen wurde auf der Eisscholle das etwas kleine aber berühmte rote Zelt errichtet, man hat sich eingerichtet und Biagi funkt tagelang SOS, ohne eine Antwort zu bekommen.



Funker Biagi Gleichzeitig können natürlich die Nachrichten der starken Rundfunksender empfangen werden, die seit Tagen vom verschollenen Luftschiff Italia berichten.
Dass die Funker der "Cita di Milano" keinen Hilferuf empfangen haben, weil sie gar nicht konzentriert die entsprechenden Frequenzen abgehört, sondern lieber Privattelegramme durchgegeben haben und das offizielle, faschistische Italien ohnehin kein großes Interesse an jedweden offiziellen Rettungsaktionen hatte, hinterlässt einen sehr häßlichen Beigeschmack.
Irgendwann wurde der Spruch geprägt: "Privat geht vor Katastrophe" Die lukrativen Privattelegramme, waren 16 Jahre zuvor auch ein Grund für den Untergang der Titanic.
Warnungen vor Eisbergen wurden einfach nicht beachtet.
Obwohl, durch die im Sender eingebauten Messinstrumente zweifelsfrei die Funktionstüchtigkeit festgestellt werden konnte, sank der Mut der Männer mit jedem Tag an dem keine Antwort empfangen wurde. Das rote Zelt Fünf Tage nach dem Absturz beschlossen Zappi und Mariano zu Fuß bewohntes Gebiet zu erreichen.
Da sie ohne den kundigen Fin Malmgren absolut keine Chance hätten, wurde dieser überzeugt die beiden zu begleiteten. Also brachen sie auf, was sie nicht hätten tun sollen.
Unabhängig von einem Lebenszeichen der Italia kommen die ersten, teils internationalen Rettungsaktionen in Gang. Der Kommandant der "Cita di Milano" Romagna wendet sich über den italienischen Botschafter an die Norwegische Regierung. Diese stellte Walfangschiffe zur Suche bereit.
Hugo Junkers schickt nachdem er einen Brief von der Schwester des tschechoslovakischen Expeditionsmitglieds Dr. Behounek erhielt, eine entsprechend präparierte Junkers G24 mit dem schwedischen Piloten Nils Nilsson nach Spitzbergen. Junkers G 24 'Upland' mit dem Piloten Nilsson [3]

"Als Schwester des tschechoslovakischen Polarforschers Dr. Behounek, der sich des Nobile letzte Fluges beteiligte, stehe ich hier der Verzweiflung nahe. Ich habe schon jede Hoffnung aufgegeben, dass die Polarhilfsexpedition irgendeinen Erfolg haben können, da sie von vornherein pessimistisch angesehen und infolgedessen langsam vorgenommen werden. ... Nun komme Sie, hochgeschätzter Herr Professor, höflichst bitten, ob Sie nicht gefälligst ein Ihrer allerbesten und heute in der ganzen Welt berühmten Flugzeuge zur Verfügung stellen würden. Ich bin sicher, dass Junkersflugzeug und meine Intuition sicher nicht nur meinen armen Bruder, sondern auch die übrigen entdecken würden, seien sie tot oder am Leben. ..." [3]

Am 18. Juni wurden am Norden Spitzbergens zwei Rettungsdienste an Land gesetzt, die auf Skiern und mit Hundeschlitten nach der verunglückten "Italia"Besatzung suchen wollten. [3] Ach Finnen und Niederländer beteiligten sich an der Suche nach der "Nadel im Heuhafen". weiter